Über den Wolken: Fotos aus der Vogelperspektive

22. Mai 2012

Sie werden nicht oft die Gelegenheit haben, sich mit Aerofotografie zu beschäftigen, wenn Sie nicht gerade in der Luftfahrtbranche arbeiten oder Hobbypilot sind. Meist wird es nicht zu Ihrem Alltag gehören, in ein Flugzeug zu steigen, um aus der Vogelperspektive Aufnahmen zu machen. Doch wenn Sie sich einmal zum Fotografieren in die Lüfte begeben, sollten Sie ein wenig Hintergrundwissen haben, damit Ihre Aufnahmen auch gelingen.

Momentaufnahmen

Als Luftbildfotografie, auch Luftfotografie oder Aerofotografie genannt, bezeichnet man das Genre, bei dem Fotos eines Geländes aus der Vogelperspektive gemacht werden. Man spricht dann von Luftbildern oder Luftaufnahmen.

Wenn Sie Luftaufnahmen machen wollen, sind Sie mehr von den meteorologischen Gegebenheiten abhängig, als Sie es vielleicht sonst gewohnt sind. Wenn Sie mit beiden Füßen auf der Erde stehen, können Sie eine Aufnahme durchaus 10 Minuten verschieben, bis ein Regenschauer vorbei ist oder sich eine Wolke verzogen hat und die Sonne wieder scheint.

Im Zweifel ist es oft auch möglich, bis zum nächsten Tag zu warten, wenn das Wetter Ihnen nun gar nicht entgegenkommen will, oder Sie können eine andere Perspektive wählen, auf der zum Beispiel der fehlende Sonnenschein nicht zu sehen ist.

Luftfotografie dagegen lebt vom Moment. Wenn Sie nicht gerade einen Flieger für sich alleine gemietet haben – inklusive eines Piloten, der nach Ihren Anweisungen fliegt – dann können Sie ein Motiv nur in dem Augenblick fotografieren, indem Sie es sehen. Sie sollten daher von der Ausrüstung her optimal vorbereitet sein.

Verkehrsflugzeuge

Welche Gelegenheiten gibt es überhaupt, um Luftaufnahmen zu machen? Der Klassiker ist natürlich die Linienmaschine, egal, ob Sie in den Urlaub fliegen oder beruflich unterwegs sind. Im Flugzeug benötigen Sie selbstverständlich einen Fensterplatz. Achten Sie darauf, dass Ihr Platz nicht gerade auf Höhe der Tragflächen liegt, da die Tragflächen sonst immer einen sehr dominanten Vordergrund bedeuten.

Der Vorteil: Der Flug dauert meist etwas länger und Sie werden zirka 15 Minuten nach dem Start fast immer Sonne haben. Der Nachteil: 90 Prozent der Flugzeit wird der Himmel immer gleich aussehen, sonnenbeschienene Wolken von oben, weil Sie sich auf den großen Luftstraßen befinden, also in Flughöhen von zirka 10.000 Metern. Bei dieser Flughöhe ist es kaum noch möglich, Detailaufnahmen vom Boden zu machen.

Selbst ein brennweitenstarkes Teleobjektiv wird Ihnen wenig helfen, da Sie durch das Fenster des Flugzeugs kaum in dem Winkel fotografieren können, den Sie benötigen, um senk- recht nach unten zu fotografieren.

Die Fenster in den großen Flugzeugen sind zumeist aus Kunststoff und oft etwas trübe und verkratzt, also nicht gerade ideal, um hindurchzufotografieren. Sie können Störungen im Bild vermeiden, wenn Sie mit der Frontlinse sehr nahe an eine möglichst klare Stelle des Fensters gehen. Vermeiden Sie, das Objektiv an die Scheibe anzulehnen, da sich die Vibrationen sonst auf die Kamera und damit auch auf das Foto übertragen.

Kleinflugzeuge, Ultraleichtflieger und Heißluftballons

Eine andere Möglichkeit sind Kleinflugzeuge und doppelsitzige Ultraleichtflieger. Der Vorteil dieser Flugzeuge ist, dass sie deutlich tiefer fliegen und in der Flugroute variabler sind. In Kleinflugzeugen sind die Scheiben größer und klarer und vor allem haben Sie viel mehr Rundumsicht. Wenn Sie einen netten Piloten haben, wird dieser auch mal eine Kurve fliegen, sodass Sie durch die Schräglage direkt nach unten fotografieren können.

Die beste Rundumsicht haben Sie in einem Ultraleichtflugzeug. Allerdings wird sich nicht jeder in diesem Flugzeugtyp wohl fühlen. Sie sitzen offen, ohne Scheiben, meist hinter dem Piloten. Rein fotografisch gesehen ist dies optimal, keine Scheibe behindert die Sicht oder verzerrt das Bild. Allerdings sind Sie dem kalten Wind ausgesetzt und haben keine Möglichkeit, Ihre Fotoausrüstung abzulegen. Im Gegenteil: Sie müssen sich schon vor dem Start Gedanken über eine geeignete Sicherung Ihrer Ausrüstung machen. Objektiv-, Akku- und Kartenwechsel geraten schnell zu einem kleinen Abenteuer.

Wenn Sie planen, mit einem Kleinflugzeug aufzusteigen, wenden Sie sich am besten an den nächstgelegenen Aeroclub. Die Privatpiloten, die dort die Fliegerei als Hobby betreiben, müssen pro Jahr eine Mindestzahl an Flugstunden absolvie- ren, damit ihr Pilotenschein erhalten bleibt. Der Unterhalt dieser Flugzeuge ist für den Privatmann nicht ganz billig, viele Piloten bieten daher Mitflüge gegen Kostenbeteiligung an. Wenn Sie sich mit einem zweiten oder dritten Fotografen zusammentun, halten sich die Kosten in überschaubaren Grenzen und sind weitaus günstiger, als wenn Sie einen offiziellen Rundflug buchen.

Eine weitere Möglichkeit für Luftaufnahmen besteht, wenn Sie die Gelegenheit haben, in einem Heißluftballon mitzufahren. Die Fahrten können Sie ab zirka 150 € buchen und dauern etwa 1 Stunde. Ballonfahrten haben einen großen Vor- und einen Nachteil: Der Vorteil ist die nahezu unbeschränkte Rundumsicht und vor allem die Gelegenheit, die Fototasche mit Zubehör sicher im Korb unterzubringen. Die Ballons fahren mit dem Wind, Sie merken den Wind daher praktisch nicht. Der Nachteil: Die Ballons sind kaum in der Richtung zu steuern, Sie und Ihre Kamera werden in die Richtung gefahren, in die Sie der Wind treibt. Gute Ballonpiloten sind aber willens und in der Lage, den Ballon in der Höhe zu steuern, und bieten Ihnen daher die Chance, auch einmal eine Nahaufnahme eines schönen Gebäudes zu machen. Sie sehen also, es gibt viele Möglichkeiten, Luftaufnahmen zu machen.

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