Wie die Blende die Bildschärfe beeinflusst

15. April 2011
Martin Vieten Von Martin Vieten, News & Trends, Bildbearbeitung, Photoshop Tutorials, Photoshop Elements, Digital Fotografieren, Multimedia ...

Wenn ein Bild nicht von vorne bis hinten scharf ist, rät der Profi: Abblenden. Doch was ist damit gemeint? Und welchen Einfluss hat die eingestellte Blendenzahl auf die Bildschärfe? Unser Tipp zeigt, was dahinter steckt.

Um die Lichtmenge, die auf die bei einer Aufnahme auf den Sensor fällt, zu begrenzen, gibt es grundsätzlich zwei Möglichkeiten:  Die Belichtungszeit kann variiert werden oder die eben die Blendenöffnung. Ist die Blende weit geöffnet, fällt mehr Licht auf den Sensor als bei einer weitgehend geschlossen Blende. Dabei gilt: Eine kleine Blendenzahl (z. B. f2.8) beschreibt eine weiter geöffnete Blende als eine große Blendenzahl (etwa f16).

Die Blende regelt aber nicht nur die Lichtmenge, sie hat auch einen entscheidenden Einfluss auf die Bildschärfe. Je weiter die Blende geschlossen wird (also je größer die gewählte Blendenzahl ist), desto größer wird der Entfernungsbereich, den ein Objektiv scharf abbilden kann. Für Landschaftsfotos oder Nahaufnahmen ist es also meistens wünschenswert, die Blende möglichst weit zu schließen, um eine große Tiefenschärfe (manche sagen auch: Schärfentiefe) zu erzielen.

Leider spielt die Physik des Lichts dem Fotografen hierbei einen bösen Streich: Wenn die Blende über den optimalen Wert hinaus geschlossen wird, wird das Licht an den Kanten der Blendenlamellen gebeugt, es kommt zur Beugungsunschärfe. Die Blendenzahl, ab der die Beugungsunschärfe die Schärfeleistung des Objektivs verringert, wird kritische oder optimale Blende genannt. Sie liegt bei einer DSLR mit Kleinbildsensor bei etwa f11, bei einer APS-C-Kamera ungefähr bei f8. Bei Kompaktkameras tritt Beugung meist bereits auf, wenn die Blende nicht weit möglichst geöffnet ist.

In der Praxis möchte man allerdings oft eine größere Tiefenschärfe erzielen, als mit der kritischen Blende möglich ist. Es gilt also einen Kompromiss zu finden, zwischen der gewünschten Tiefenschärfe und der unerwünschten Beugungsunschärfe. Erst wenn die Beugungsunschärfe so groß wird, dass sie den Zugewinn an Tiefenschärfe zunichtemacht, sollte nicht mehr weiter abgeblendet werden. Diese Blendezahl wird förderliche Blende genannt, sie ist deutlich größer als die kritische Blende. In der Praxis heißt das: An einer DSLR können Sie in der Regel soweit abblenden, wie es das Objektiv zulässt, ohne dass es zu sichtbaren Schärfeeinbußen kommt. Eine kleine Kompaktkamera sollten Sie dagegen möglichst immer mit offener Blende einsetzen. (mv)

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