Wie funktioniert Lightroom?

29. Oktober 2009
Torsten Kieslich Von Torsten Kieslich, Bildbearbeitung ...

Mit dem Erscheinen der Beta-Version von Lightroom 3 haben einige Leser nachgefragt, was es denn mit Lightroom auf sich hat. Zunächst muss man sich hier über die Rolle klar sein, die Lightroom im Foto-Workflow einnimmt.

Lightroom ist mehr als eine Bildsammelstelle, also nicht mit Adobes Bridge zu vergleichen. Lightroom ist eher, um es einfach herunterzubrechen, eine Abbildung des fotografischen Arbeitsablaufes: Zu Beginn steht die Bildersammlung, die bei Lightroom als Katalog ausgeführt ist. Hier werden die Bilder erfasst, bewertet und mit Schlagworten erfasst. Dann kommt die Bildentwicklung, also Belichten, Farbkorrektur, Beschnitt und dergleichen mehr. An dieser Stelle könne auch weitere Programme, etwa Photoshop oder auch die hervorragenden Tools von OnOne oder Nik Software als „zuarbeitende Werkzeuge“ eingebaut werden. Nach der „Dunkelkammer“ folgt, wie im „richtigen Leben“ die Ausgabe der Bilder – entweder als „Slideshow“ am Bildschirm, als Druck oder im Internet, auf der beliebten Plattform Flickr oder der eigenen Website.

Das wichtigste, was man beim Umgang mit Lightroom verstehen muss, ist die Art und Weise, in der Lightroom mit den Bildern arbeitet. Zunächst einmal ist der gesamte Arbeitsablauf auf eine nicht-destruktive Bearbeitung angelehnt, das heißt, die Originaldateien werden nicht verändert. Stattdessen nutzt Lightroom separate Anweisungen, durch die es weiß, wie die Bilder bearbeitet werden sollen.

Hier muss man sich vor Augen führen, dass der Lightroom-Katalog kein Dateiverzeichnis ist, in das die Bilder gelegt werden – auch, wenn man beim Bildimport die Gelegenheit hat, die Fotos mit in den Katalog zu speichern. Vielmehr handelt es sich beim Katalog um eine Datenbank, die die Bilddaten und die gewünschten Änderungen an den Bildern protokolliert. Aus diesem Grund müssen Sie auch beim Bearbeiten im Entwickeln-Modul nicht gesondert speichern, wenn Sie etwas an Ihren Fotos verändert haben.

Entsprechend können die Fotos ganz nach belieben an ganz unterschiedlichen Stellen gespeichert sein, etwa auf der Festplatte, einem externen Laufwerk oder auch verteilt über mehrere Verzeichnisse. Der Katalog kumuliert all diese Bilder, ohne Sie zu verschieben oder neu zu speichern. Lightroom ist es dabei egal, ob alle Ihre Aufnahmen in einem großen, ungeordneten Ordner „Bilder“ liegen oder in einem komplizierten Ordnerbaum abgelegt sind – die Sortierung findet in Lightroom statt.

Weil es sich beim Katalog um eine Datenbank handelt, können (und sollten) die Fotos auch mit Schlagworten und Bewertungen versehen werden. Ebenso einfach lassen sich so genannte „Smart Collections“ anlegen, die Bilder nah ganz verschiedenen Kriterien zusammenfassen können. So können Sie etwa gezielt alle Bilder virtuell zusammenfassen, die Tante Erna im Sommer 2009 oder 2008 in Venedig zeigen.

Das Schöne dabei ist, dass diese Smart Collections nichts anderes sind als virtuelle Verweise – Sie häufen keine doppelten Aufnahmen an, die in verschiedenen Ordnern liegen und können ganz gezielt nur die Bilder gezielt exportieren, die Sie gerade benötigen.

Im Entwickeln-Modul haben Sie die Möglichkeit, Ihre Fotos optimal aufzubereiten – hier finden Sie die Werkzeugpalette, die Sie auch in Adobe Camera Raw finden, also Regler für Belichtung, Reparatur, Fülllicht, Kontrast, Dynamik und eine Gradationskurve.

Im gleichen Arbeitsschritt können Sie auch Ihr Bild schärfen, zuschneiden, in SW konvertieren, Korn und eine Vignette hinzufügen und chromatische Abberationen ausgleichen.

Über das Slideshow-Modul können Sie Ihre Bilder präsentieren und auch gleich eine Signatur hinzufügen. Dieses Modul ist weit leistungsfähiger, als es zunächst den Eindruck macht. Was damit unter anderem möglich ist, zeigt das Video eines Lightroom-Nutzers, der mit Lightroom ein Zeitraffer-Video gestaltet hat:
http://exposureroom.com/members/musofoto.aspx/
assets/0ed3ff6821f4464aab13e785666b639a/

Das Print-Modul bietet eine flexible Möglichkeit, Fotos in unterschiedlichen Lagen auszudrucken, als Kontaktbögen anzulegen oder mit einer Signatur zu versehen. Hier setzt eigentlich nur der eigene Spieltrieb Grenzen. In dem Modul kann auch noch einmal eine gesonderte Schärfung für den Druck eingestellt werden und auch im 16-Bit-Modus ausgedruckt werden.

Auch das Web-Modul ist weitgehend selbsterklärend. Hier gibt es eine Reihe von erweiter- und veränderbaren Templates für HTML- oder Flash-Galerien, die mit den ausgewählten Bildern gefüllt werden können und wahlweise gespeichert oder direkt hochgeladen werden können.

Alles in allem lohnt es sich, sich ein wenig mit Lightroom zu beschäftigen, es ist ein Werkzeug, mit dem Sie Ihre Bildverwaltung und –organisation deutlich beschleunigen können.

Aber bevor Sie sich mit Lightroom 3 beschäftigen, müssen Sie im Hinterkopf behalten, das es sich um eine echte Beta-Version handelt. Manche Funktionen, etwa die Reduktion des Luminanz-Rauschens, sind noch nicht aktiviert, andere Abläufe sind bisweilen noch etwas zäh. Sie können aber schon gut sehen, was demnächst in der neuen Version auf Sie zukommt. (tok)

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