Microsoft übernimmt Handy-Sparte von Nokia für 5,44 Milliarden Euro

03. September 2013
Tino Hahn Von Tino Hahn, News & Trends, Windows, Freeware & Open Source, Linux ...

Es ist keine Heirat aus Liebe, sondern eine Zweck-Ehe: Für 5,44 Milliarden Euro übernimmt Microsoft die angeschlagene Handy-Sparte von Nokia. Rund 32.000 Angestellte sollen von Nokia zu Microsoft wechseln. So sehr sich die Manager beider Konzerne auch bemühen, diese Übernahme schönzureden, wird in erster Linie nur eins deutlich - Microsoft rennt die Zeit davon.

Denn so sehr sich der Konzern auch bemüht, ist und bleibt Windows Phone weiterhin ein mobiles Betriebssystem in der Nische. Nach wie vor hängen Microsoft die vielen strategischen Fehler nach, die gemacht wurden und zur Dominanz von Apple und Google geführt haben.

Durch seine preisgünstigen Handy-Modelle ist Nokia zwar noch immer der zweitgrößte Produzent weltweit. Wenn es hingegen um den weitaus lukrativeren Markt mit hochpreisigen Smartphones geht, blickt Nokia in die Röhre: Der Marktanteil liegt im niedrigen einstelligen Bereich.

Ein Ersatz für den scheidenden Microsoft-Chef Steve Ballmer könnte dadurch auch gefunden sein: Nokia-Geschäftsführer Stephen Elop ist ein früherer Microsoft-Manager und wurde bereits vor dem Kauf von Nokia durch Microsoft als potenzieller Nachfolger von Ballmer ins Gespräch gebracht.

In einer gemeinsamen Erklärung schreiben Ballmer und Elop, dass durch die Übernahme das volle Potenzial von Windows entfaltet werden kann: So soll es neue Smartphones und Dienste geben, die "das Beste von Nokia und das Beste von Microsoft vereinen" werden. Klingt so, als ob das bislang nicht der Fall gewesen ist, obwohl die beiden Konzerne seit Jahren kooperieren.

Für Microsoft ist es aber entscheidend für die Zukunft, einen Fuß in den mobilen Markt zu bekommen. Ein Blick auf die Geschäftszahlen zeigt bereits, dass Windows und Office zwar noch Milliardenumsätze einspielen, aber ein konkreter Plan für die Zukunft fehlt. Denn wahrer Wachstum findet bei anderen Unternehmen längst auf anderen Gebieten statt, die bei Microsoft noch Brachland sind.

Mit eigener Hardware ist Microsoft aber bislang immer gescheitert - einzig und allein die Xbox ist hier die Ausnahme von der Regel. Aber für Dritthersteller wird es nach der Übernahme von Nokia noch uninteressanter, Windows Phone zu unterstützen. Die Vorwürfe, dass Microsoft rückwärts in die Sackgasse fährt, sind deshalb nicht von der Hand zu weisen - wir beobachten und analysieren diese spannenden Entwicklungen natürlich weiter für Sie!

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