So erzeugen Sie fotografisch korrekte Unschärfe

13. Juni 2017
Monika Rohn (Herausgeberin) Von Monika Rohn (Herausgeberin), Office, Bildbearbeitung, Photoshop Tutorials ...

Der Hintergrund Ihres Bildes ist zu scharf, er lenkt zu sehr vom Hauptmotiv im Vordergrund ab. Etwa bei einer Portraitaufnahme oder einer Fotomontage wie in unserem Beispiel. Keine große Sache für Photoshop, mit einem Weichzeichnungsfilter lassen Sie den Hintergrund schnell in Unschärfe verschwimmen. Doch wie fotografiert sieht der unscharfe Hintergrund damit nicht aus.

Jedes Objektiv hat seine ganz besondere Charakteristik, wie es unscharfe Bildbereiche wiedergibt. Diese wird in der Fachsprache als „Bokeh“ bezeichnet. Als angenehm wird ein Bokeh erfunden, dass Spitzlichter als kleine Scheibchen wiedergibt. Zeichnet das Objektiv hingegen Spitzlichter eher als Kringel, wirkt das Bokeh unruhig und hart.

Mit Photoshop CS6 hat Adobe die Weichzeichner-Galerie mit drei neuen Weichzeichnern eingeführt, die eine sehr feinfühlige Steuerung des Bokeh-Effekts erlauben. Aber auch mit älteren Photoshop-Versionen lässt sich Unschärfe erzeugen, die aussieht wie fotografiert – und nicht wie künstlich in Photoshop erzeugt.

Diese unterschiedlichen Weichzeichner sollten Sie kennen

 

Als Klassiker unter den Weichzeichnungsfiltern gilt der Gaußsche Weichzeichner. Probieren Sie einmal aus, wie er Ihren Bildhintergrund absoftet. Zuvor sollten Sie aber noch etwas anderes erledigen: Aktivieren Sie die Ebene [1] Tankstelle, dann nehmen Sie Filter, Für Smartfil­ter konvertieren. So geht‘s jetzt weiter:

  1. Rufen Sie aus dem Filter-Menü die Befehlsfolge Weichzeich­nungsfilter, Gaußscher Weichzeichner auf.
  2. Ziehen Sie bei gedrückter Maustaste einen Ausschnitt ins [2] Vorschaufenster, der eine Lichtquelle zeigt – etwa die Leuchtreklame.
  3. Stellen Sie den Radius auf [3] 8 Pixel ein. Die Reklame verliert jegliche Leuchtkraft, sie wirkt stumpf und matt. So wird das nichts – klicken Sie auf Abbrechen.

Probieren Sie alternativ den Filter Form weichzeichnen. Als Form geben Sie das [4] Sechseck vor. Den Radius stellen Sie wieder auf [5] 8 Pixel. Schon besser – schließen Sie den Dialog aber noch nicht.

So steuern Sie den Unschärfeeindruck

Wie die Unschärfe wirkt, die Sie mit dem Befehl Form weichzeichnen erzeugen, hängt stark auch von der Form ab, die Sie wählen. Probieren Sie es aus: Klicken Sie auf die [6] fett gezeichnete Kreislinie. Sogleich ändert sich der Charakter der Unschärfe: Die [7] Kanten erhalten seltsame Doppelkonturen; abgesoftete Spitzlichter erscheinen nicht mehr als weiche Scheibchen, sondern eher als Kringel. Dieses „Kringel-Bokeh“ ist übrigens typisch für ein Spiegelobjektiv. Schön wirkt es meistens nicht – klicken Sie also auf Abbrechen.

Tipp: Der Dialog Form Weichzeichnen zeigt bei Ihnen nicht die Grundformen wie hier bei uns? Dann klicken Sie auf das [8] Optionen-Symbol und wählen Sie Formen.

So erhalten Sie eine authentische fotografische Unschärfe

Besonders authentisch wirkt Ihre künstliche Unschärfe, wenn Sie den Filter Feld­Weichzeichnung einsetzen, der mit Photoshop CS6 neu eingeführt wurde. Allerdings funktioniert er nicht als Smartfilter, Feld­-Weichzeichnung verändert also die Pixel in Ihrem Bild stets dauerhaft. Zur Sicherheit sollten Sie mit einer Kopie Ihrer Bildebene arbeiten:

  1. Aktivieren Sie die Ebene [9] Tankstelle und drücken Sie die Tastenkombination Strg+J. Es entsteht die neue Ebene [10] Tankstelle Kopie.
  2. Klicken Sie [11] rechts außen in die Ebene Tankstelle Kopie und nehmen Sie Ebene rastern.

Jetzt kommt der Filter Feld-­Weichzeichnung, Sie finden ihn unter Fil­ter, Weichzeichnungsfilter. Für Weichzeichnen geben Sie [12] 8 vor. Der Unterschied zu den bisherigen Weichzeichnungstechniken fällt sofort auf: Feld-Weichzeichnung bewahrt die [13] Kontraste in den Lichtern deutlich besser als etwa der Gaußsche Weichzeichner.

Wie Sie das Bokeh punktgenau steuern 

Typisch für eine fotografische Unschärfe ist, dass die Lichter besonders hell erscheinen – wie hell, das legen Sie mit dem Regler Bokeh­-Lichter fest: Aktivieren Sie die Option [14] Bokeh und ziehen Sie den Regler auf [15] 22 % auf.

Standardmäßig wirkt die Funktion Bokeh­-Lichter auf einen Helligkeitsbereich von 191 bis 255. In unserem Fall überstrahlt dadurch die helle Leuchtreklame recht heftig. Das lässt sich um Glück anpassen: 

  1. Ziehen Sie den [16] Hell-Regler nach innen bis auf den Wert 233. Helligkeitswerte, die darüber liegen, werden jetzt nicht mehr von der Bokeh-Funktion erfasst.
  2. Im Gegenzug dürfte der Bokeh-Effekt gerne weiter in die Tiefen hineinwirken – ziehen Sie daher auch den [17] Dunkel-Regler nach links auf 133.

Lassen Sie den Dialog weiterhin geöffnet, das Ergebnis lässt sich noch weiter optimieren.

Optimieren Sie die Farben des Bokeh-Effekts

Standardmäßig wahrt die Bokeh-Funktion die Farben nicht, sondern lässt die von ihr erfassten Helligkeitsbereiche weiß erscheinen. Für Körperfarben geht das in Ordnung, nicht aber für Lichtfarben wie in unserem Beispiel. Sie schützen die Originalfarben der Lichtquellen im Bild mit dem Regler Bokeh-­Farbe – stellen Sie ihn auf etwa [18] 24 %.

Wenn Sie das haben, überprüfen Sie die Wirkung des Weichzeichner-Effekts noch einmal mit der Vorgabe [19] Hohe Qualität, die Sie oben in der Optionsleiste einschalten. Unter Umständen dauert es etwas, bis Photoshop die Filtervorschau neu berechnet hat. 

Sind Sie mit der Wirkung Ihrer Einstellungen einverstanden? Dann bestätigen Sie mit [20] OK oben in der Optionsleiste. So einfach und wirkungsvoll verhalten Sie ab sofort eine überzeugende fotografische Unschärfe!

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