Mail, Posteingang, Absender, Programme
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Spamfilter einsetzen: unterwünschte Werbemails und Spam professionell filtern

Mail, Posteingang, Absender, Programme

Jeder kennt die Situation, wenn eine E-Mail mit unbekanntem Absender und unzählige Werbemails im Postfach eintreffen. Nachrichten mit anzüglichem oder strafbaren Inhalt und Links zu dubiosen Seiten werden ebenfalls gern versandt, um Schaden anzurichten. Alle Nachrichten dieser Art können unter dem Oberbegriff Spam oder Spammail zusammengefasst werden.

Man schätzt, dass mehr als 50 % der täglichen E-Mail-Kommunikation aus derartigen Nachrichten besteht. Um ungewollte Werbebotschaften beim Empfänger automatisch auszufiltern, nutzen Unternehmen und E-Mail-Provider Spamfilter. In den meisten Fällen sind professionelle Filtermechanismen Teil des kostenpflichtigen Angebots der E-Mail-Anbieter während ein einfacher, kostenloser Spamfilter schematisch integriert ist. Microsoft Outlook oder Thunderbird besitzen ebenfalls einen eingebetteten Spamfilter, der Nachrichten klassifiziert und Inhalte für Benutzer filtert. Amtliche Sicherheitshinweise zu Spam-Mails und zum Umgang mit Spam findet man detailliert auf der Internetpräsenz des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnologie.

Spamfilter – was man technisch darunter versteht

Als Spamfilter bezeichnet man einen systematisch aufgebauten Logarithmus, der alle Nachrichten im E-Mail-Postfach automatisch scannt und ungewollte E-Mails entfernt. Zu den unerwünschten Nachrichten gehören unter anderem Massen-E-Mails, Nachrichten die Schadsoftware enthalten sowie undifferenzierte Werbung. Seit einiger Zeit sind Filterfunktionen ebenfalls in den aktuellen Internetbrowsern integriert. Filter im Internet übernehmen ähnliche Funktionen wie Spamfilter bei E-Mails:

  • Sie unterdrücken das Anzeigen von Werbebannern in Domains,
  • Entfernen Blogspam aus Blogs oder
  • Schalten den sogenannten Linkspam aus Wikis aus.

Als Wiki bezeichnet man einfache Contentmanagementsysteme, bei denen Texte von allen Nutzern veränderbar sind. Ein bekannter Dienst ist das Informationsnetzwerk Wikipedia. Zusammenfassend haben alle Spamfilter das erklärte Ziel, unerwünschte oder potenziell gefährliche Nachrichten zu enttarnen und auszufiltern. Hierfür nutzen sie verschiedene Methoden.

Hintergrund: Wie ein Spamfilter funktioniert

Spamfilter nutzen unterschiedliche Methoden, um eingehende Nachrichten zu clustern und effektiv zu filtern. Das Prinzip von Blacklist und Whitelist ist weitverbreitet. Als Blacklist bezeichnet man eine vom Nutzer eingerichtete und gepflegte Liste, auf der unseriöse E-Mail-Absender mit einem Klick gespeichert werden. Alle Nachrichten dieser Absender werden direkt vom Provider oder vom Mailprogramm in den Ordner Spam-Verdacht umgeleitet.

Neben persönlichen Blacklists nutzen E-Mail-Anbieter auf öffentliche und nicht-öffentliche Blacklists, auf denen Versender gespeichert sind, die als berüchtigt oder suspekt aufgefallen sind. Das Gegenteil von Blacklists sind die sogenannten Whitelists, auf denen Absender bzw. Absenderadressen klassifiziert werden, die in keinem Fall ausgemustert werden dürfen. Whitelists können ohne Mühe im geschützten Bereich des E-Mail-Postfachs bearbeitet werden. Hier hat man die Wahl, einzelne Adressen oder ganze Domänen-Adressen, wie zum Beispiel „@firma.de“ als gesichert einzustufen und zu verwenden.

Neben Blacklists und Whitelists nutzen Spamfilter:

  • Spezifische, regelmäßig in Spam verwendete Schlüsselbegriffe und Wörter in Betreffzeile oder Textkörper,
  • Eine professionelle Auswertung der Adresse und der Metadaten des Versenders,
  • Künstliche Intelligenz (KI), um Spam und seriöse Nachrichten automatisch zu trennen.

Vor allem der Einsatz von künstlicher Intelligenz für Spamfilter wird zunehmend stärker forciert. Lernfähige Spamfilter, die anhand der Nutzung und des Löschverhaltens des Nutzers ermitteln, welche Inhalte lesenswert sind und welche Spam darstellen, sind effektiv und zielführend.

Gleichzeitig benötigt KI Erfahrungswerte von mehr als 1.000 E-Mails, um seinen Algorithmus an das Nutzerverhalten anzupassen. Nutzt der Spamfilter als Auswertungsgrundlage öffentliches Datenmaterial kann dies im Gegensatz dazu führen, dass erwünschte Nachrichten ausgesiebt werden, wenn ein Großteil der Nutzer diese als unwichtig klassifiziert. Jede Methode, die eingesetzt wird, um Spammails mittels Spamfiltern auszusieben, hat Vor- und Nachteile. Grundsätzlich ist der Einsatz eines Spamfilters zu jeder Zeit als positiv zu bewerten. Nutzer sollten in der Anlernphase und darüber hinaus in regelmäßigen Abständen ihren Spamfilter öffnen und die ausgefilterten Nachrichten oberflächlich untersuchen. Dies gilt ebenso beim Einsatz von Microsoft Outlook mit integriertem Junk-E-Mail-Filter. Ein fortgesetztes Prüfen des Ordners „Spam-Verdacht“ garantiert, dass Sie keine wichtige E-Mail verpassen. Im letzten Schritt kann der Inhalt des Spam-Ordners endgültig gelöscht werden.

Tipp: Lassen Sie sich regelmäßig einen Report vom E-Mail-Provider zusenden, welche Nachrichten vom Dienst als Spam markiert und ausgefiltert wurden. Dann haben Sie einen noch besseren Überblick über ihr Postfach und alle eingegangen E-Mails auf dem Server.

 

Wie man den Spamfilter aktiviert

Ein gewöhnlicher Spamfilter gehört bei den meisten E-Mail-Providern und Unternehmen zum Standard-Repertoire. Er muss nicht gesondert aktiviert werden, sondern siebt automatisch den gröbsten Spam aus. Ein Großteil er Anbieter bieten im Postfach Einstellungsmöglichkeiten an, um den Spamfilter einzuschalten und die Intensität der Filterung anzupassen. Beim Anbieter GMX muss der Spamfilter beispielsweise in den erweiterten Einstellungen aktiviert werden. In den Optionen kann ebenfalls bestimmt werden, dass die „GMC Team Anti-Spam-Liste“ und die „Globale Anti-Spam-Liste“ genutzt werden können, um die von GMX und externen Experten erstellten Sperrlisten nutzen zu können.

Der Anbieter Web.de bietet in seiner kostenfreien Variante ebenso einen selbstlernenden Algorithmus, der zusätzlich zur besseren Spam-Erkennung aktiviert werden kann. Dies geschieht im Untermenü: Einstellungen / Sicherheit / Spam-Erkennung.

Programme, wie Microsoft Outlook als Software-Applikation enthält einen integrierten Junk-E-Mail-Filter. Dieser kann bequem in der Menüleiste von Microsoft Outlook aktiviert werden. Er befindet sich im Menüpunkt „Löschen“ und wird als „durchsichtiger Avatar mit Verbotsschild“ dargestellt. Nachdem das Icon geklickt wurde, erscheint ein Menü, in dem der Unterpunkt „Junk-E-Mail-Optionen“ gewählt werden muss. Im Kontextmenü kann in der Folge die Intensität der Filterung eingestellt werden. Mozilla Thunderbird und und die meisten global agierenden Internet-Unternehmen bieten ebenfalls Spamfilter an, die unerwünschte Nachrichten und unseriöse Versender mit unterschiedlichen Methoden ausfiltern.

Experten-Tipp: Mit dem für Privatanwender kostenlosen Programm „Spamfighter“ eliminieren Sie bis zu 99 % der Spammails in Microsoft Outlook, Microsoft Exchange und Thunderbird. Sie wurde in Zusammenarbeit mit Microsoft entwickelt. Sobald neue E-Mails eintreffen, werden sie von der Software überprüft. Wird eine Spammail erkannt, wird sie automatisch in den Spam-Ordner verschoben. Manuelle Löschungen einzelner Anwender werden genutzt, um die Datenbank aller Teilnehmer zu optimieren.

Eine Alternative zum Spamfighter stellt der ebenfalls kostenlose Spamihilator dar, der nach eigener Aussage bis zu 98 % aller Spammails erkennt und automatisch verschiebt.

Fazit zu Spamfiltern und ihrer Anwendung

Mehr als 50 % aller versandten E-Mails weltweit werden als Spam klassifiziert. Einfache Werbemails von unerwünschten Versendern kommen ebenso vor, wie Phishingmails. Hier versuchen Absender, durch gefälschte Nachrichten die personenbezogenen Daten von Nutzern abzugreifen. Vor diesem Hintergrund ist es wichtig und zielführend, Spamfilter zu nutzen, um unerwünschte oder gefährliche Nachrichten so gut wie möglich auszuschließen. Die meisten Spamfilter arbeiten mit sogenannten Blacklists und Whitelists und bedienen sich automatisierten Algorithmen und künstlicher Intelligenz, die verdächtige Absenderadressen oder auffällige Begriffe in Betreffzeile und Textkörper identifizieren. Die Systeme sind lernfähig und prüfen bei den meisten Providern standardmäßig den Posteingang auf Spam.

In kostenpflichtigen Postfächern werden professionellere Spamfilter eingesetzt. Alternativ können Applikationen wie Spamfighter oder Spamihilator nützlich sein, um unerwünschte Nachrichten im Postfach auszuschließen. Grundsätzlich ist es essenziell, den Spam-Ordner regelmäßig zu untersuchen, um bedeutende Nachrichten nicht zu verpassen, die versehentlich als Spam klassifiziert wurden. Wer in dieser Weise vorgeht, kann nahezu jede Spammail vom Spamfilter automatisch aussortieren lassen. Dieses Vorgehen erhöht die Sicherheit in der Datenkommunikation spart Anwendern wertvolle Zeit.