Treiber, Hardware, Befehl, Rechner
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Diese Gerätemanager sind bei Linux beliebt

Ein Überblick inklusive FAQ

Wenn Sie wissen möchten, welche Hardware in Ihrem Linux-PC verbaut ist, dann müssten Sie den PC aufschrauben und nachsehen. Doch noch einfacher erhalten Sie diese Informationen über den Gerätemanager. Dieser ist unter Linux aber nicht immer, wie in Windows, standardmäßig installiert. Sie müssen den Gerätemanager entweder im nachträglich installieren oder Sie fragen die gewünschten Informationen einfach über die Kommandozeile ab.

Wofür kann ein Gerätemanager genutzt werden?

Ein Gerätemanager, wie der Begriff schon verrät, managt die in einem PC verbauten Geräte. Dazu erhalten Sie auch detaillierte Informationen zur verbauten Hardware eines Computers. Unter Windows ist ein Gerätemanager im System inkludiert, welcher bei Linux vergebens gesucht wird. Das liegt daran, dass Linux selbstständig nach Treibern sucht und diese installiert. Je nach Linux-Distribution können einige Programme vorinstalliert sein, was jedoch nicht bei jeder Distribution der Fall ist.

Bei Linux-PCs gibt es zwei Möglichkeiten, um an Informationen zur verbauten Hardware zu gelangen: Entweder es werden Tools eingerichtet (falls sie nicht vorinstalliert sind) oder die Informationen werden über die Kommandozeile mithilfe von Linux-Befehlen abgefragt.

Die wichtigsten Daten zu Ihrem System finden Sie zudem in den „Systeminformationen" oder der „Systemüberwachung".

Welche Gerätemanager für Linux gibt es?

Die Gerätemanager, die für Linux zur Verfügung stehen, werden in zwei Gruppen eingeteilt. Einerseits ist es möglich, Hardwareinformationen über die Kommandozeile auszulesen. Andererseits gibt es die Gerätemanager mit grafischer Bedienungsoberfläche, die in manchen Linux-Distributionen vorinstalliert sind. Andernfalls müssen diese zusätzlich installiert werden.

    Linux-Gerätemanager mit grafischer Benutzeroberfläche:

    • KDE-Infozentrum
    • Sysinfo
    • HardInfo
    • CPU-G
    • I-Nex

    Linux-Gerätemanager über die Kommandozeile (Shell):

    • „lshw“
    • „hwinfo“
    • „inxi“
    • „lsusb“
    • „demidecode“
    • „lspci“

    Beliebte Linux-Distributionen und ihre Gerätemanager mit grafischer Bedienungsoberfläche

    Linux-Distributionen mit einer KDE- oder Gnome-Desktopumgebung haben den Gerätemanager KDE-Infozentrum bzw. Gnome-Device-Manager mit grafischer Bedienungsoberfläche in der Regel bereits vorinstalliert. Sollte dies nicht der Fall sein, dann können Sie den Gerätemanager nachinstallieren.

    Auch bei Desktopumgebungen wie Gnome und Unity können Sie das KDE-Infozentrum über die Shell mit dem Befehl „sudo apt-get install kinfocenter“ installieren.

    Bei Open Suse finden Sie den Gerätemanager mit grafischer Bedienungsoberfläche unter den Systemeinstellungen. Rufen Sie dazu die Systemeinstellungen auf, klicken dann auf Yast und dann auf Administrator Settings. Unter dem Punkt „Hardware-Informationen“ erhalten Sie alle detaillierten Informationen zur Hardware. Unter OpenSuse empfiehlt sich zudem der Einsatz von KlamAV als grafische Benutzeroberfläche. Denn diese Oberfläche bietet Zugriff auf nahezu jede Funktion von ClamAV - ein wertvolles Virenschutzprogramm.

    Linux Mint enthält den grafischen Gerätemanager HardInfo. Finden können Sie HardInfo unter Systemtools.

    Unter Ubuntu ist es nicht gerade einfach, an detaillierte Informationen zur Hardware zu gelangen, da unter den Systeminformationen nicht viel darüber preisgegeben wird. Hier lohnt es sich auf jeden Fall, dass Tool HardInfo über die Shell mit dem Befehl „sudo apt-get install hardinfo“ zu installieren. Beliebt ist auch I-Nex oder Sysinfo, welches ausführlicher und beliebter als HardInfo ist. 

    Bei Xubuntu werden Sie, wie bei Ubuntu, eine grafische Ausgabe der Hardwareinformationen missen. In diesem Fall ist es hilfreich, sich den Gerätemanager Sysinfo mit folgendem Befehl „sudo apt-get install sysinfo“ über die Shell zu installieren.

    Hardware über die Shell auslesen

    Mit einigen Linux-Befehlen für die Kommandozeile (Shell) können Sie Informationen bei der jeweiligen Linux-Distribution zur eingebauten Hardware auslesen. Dazu gibt es folgende Befehle:

    „hwinfo“

    Listet detaillierte Informationen zur verbauten und angeschlossenen Hardware auf.

    „lshw“

    Zeigt verbaute und angeschlossene Hardware auf (Hardwarekomponenten und Peripheriegeräte).

    „inxi“

    Macht dasselbe wie lshw.

    „lsusb“

    Hardware, die über USB-Schnittstellen angeschlossen sind, werden mit diesem Befehl angezeigt.

    „lspci“

    Mit diesem Befehl können Sie alle Steckkarten und genauere Informationen zu diesen auslesen, die an den PCI-Schnittstellen angeschlossen sind.

    „demidecode“Hiermit erhalten Sie unter anderem auch Informationen zum Mainboard und BIOS.

     

    Fazit

    Im Vergleich zu Windows, das einen Gerätemanager im System integriert hat, ist es bei Linux und den zugehörigen Distributionen nicht immer der Fall, dass ein Gerätemanager vorinstalliert ist. Diesen müssen Sie bei Bedarf nachinstallieren. Dabei bieten sich für Linux einige Gerätemanager an, die entweder als Tool mit grafischer Bedienungsoberfläche nachinstalliert oder über die Shell (Kommandozeile) abgefragt werden können. Mithilfe der Tools bzw. der Shell erhalten Sie dann ausführliche Informationen zu verbauter und angeschlossener Hardware. Je nach Tool bzw. Linux-Befehl können die Informationen mehr oder weniger detailliert sein.

    FAQ

    Woher bekomme ich Infos zur Hardware meines PCs in Linux?

    Im Gegensatz zu Windows, ist es bei Linux nicht so einfach, an Hardwareinformationen mittels eines Gerätemanagers zu kommen. In der Regel werden die Gerätemanager über die Kommandozeile (Shell) mit Linux-Befehlen abgefragt, wie z. B. „hwinfo“, „lshw“, „inx“ oder „demidecode“. Ausführliche Informationen dazu unter dem Punkt „Hardware über die Shell auslesen“.

    Es ist aber auch möglich, Gerätemanager mit grafischer Bedienungsoberfläche im Nachhinein zu installieren, wie z. B. HardInfo oder Sysinfo, da nicht bei jeder Linux-Distribution ein Gerätemanager vorinstalliert ist. Welche Möglichkeiten Sie hier haben, können Sie oben unter dem Punkt „Beliebte Linux-Distributionen und ihre Gerätemanager mit grafischer Benutzeroberfläche“ nachlesen.

    Über die Shell (Kommandozeile) können Sie mit ein paar Linux-Befehlen Informationen zur verbauten und angeschlossenen Hardware abfragen und auslesen. Je nachdem, wie ausführlich die Infos sein sollen, können Sie unterschiedliche Befehle verwenden. Mit „hwinfo“, „lshw“ und „inxi“ erhalten Sie sehr detaillierte Informationen und mit „demidecode“ unter anderem noch Infos zum Mainboard und dem BIOS. Mehr Informationen finden Sie oben unter „Hardware über die Shell auslesen“.

    Es könnte sein, dass Ihr Kabel (bei nicht kabelloser Netzwerkverbindung) oder die Netzwerkkarte defekt ist. Eine weitere Möglichkeit, die Sie direkt am PC kontrollieren können, ist, ob der Treiber der Netzwerkkarte korrekt initialisiert wurde. Über die Shell können Sie mit dem Befehl ifconfig prüfen, ob der Netzwerkadapter korrekt initialisiert wurde.

    Kunden der Telekom wird es ermöglicht, dass sie ihren Speicher über die Server der Telekom erweitern können. Dabei erhalten Sie als Telekom-Kunde 25 GByte (Gigabyte) kostenlosen, freien Speicher. Diesen können Sie dann auf Ihrem PC in den Dateimanager einbinden.