Wie Sie mit „Unscharf maskieren“ richtig schärfen

26. April 2016
Monika Rohn (Herausgeberin) Von Monika Rohn (Herausgeberin), Office, Bildbearbeitung, Photoshop Tutorials ...

Digitalfotos sind von Haus aus flau und schlapp. Sie müssen nachgeschärft werden, damit sie knackig und brillant wirken. Das erledigt Ihre Kamera bereits bei der Aufnahme, wenn Sie in JPEG speichern. Allerdings übertreiben es viele Apparate dabei: Was auf den ersten Blick noch anspricht, wirkt auf den zweiten künstlich. Schärfen Sie daher besser in Photoshop mit dem Filter Unscharf maskieren.

Obwohl Unscharf maskieren nur drei Regler aufweist, bietet der Filter eine große Variationsbreite. Damit stellen Sie die Schärfe in Ihren Fotos stets punktgenau ein. Es besteht aber auch die Gefahr, dass Sie etwas falsch machen. Damit Ihnen das nicht passiert, lernen Sie jetzt die Einstellmöglichkeiten von Unscharf maskieren von der Pike auf kennen.

Tipp: Die Schärfe im Bild lässt sich nur in der 100%-Ansicht zweifelsfrei beurteilen – mit der Tastenkombination Strg+Alt+0 schalten Sie sie ein. Drücken Sie Strg+0, wenn Sie wieder Ihr gesamtes Bild im Bearbeitungsfenster von Photoshop sehen möchten.

Wann ist ein Foto richtig scharf?

Angenommen, Sie oder der Autofokus Ihrer Kamera haben das Objektiv für die Aufnahme auf die richtige Entfernung eingestellt. Wie scharf und detailreich Ihr Bild dann wirkt, hängt nun davon ab, wie sehr das Foto nachgeschärft wird. Das erledigt Ihre Kamera automatisch, wenn Sie im JPEG-Format speichern. Zeichnen Sie dagegen im RAW-Format auf, stellen Sie die gewünschte Schärfe in Camera Raw ein.

Um das einmal zu zeigen, habe ich meine Kamera gleichzeitig in RAW und JEPG aufnehmen lassen. Das [1] RAW-Bild sieht deutlich flacher, fast schon etwas verwischt aus. Die [2] JPEG-Aufnahme wirkt im Vergleich dazu deutlich knackiger – das [3] Stahlseil tritt deutlich hervor, auf der [4] Tür sind feinste Details zu erkennen.

Doch sehen Sie sich einmal den [5] Schriftzug an: Die Buchstaben sehen aus, als währen sie innen mit einem [6] weißen Marker nachgezogen worden, [7] außen sind sie dunkel umrahmt. Derartige Artefakte entstehen, wenn ein Bild zu kräftig geschärft wurde – man sagt, das Foto ist überschärft. Beim Nachschärfen in Photoshop kommt es also darauf an, die richtige Balance zu finden.

Unscharf maskieren: Das regelt die „Stärke“

Punktgenau und ohne lästige Leuchtkonturen stellen Sie die Schärfe mit dem Filter Unscharf maskieren ein – Sie finden ihn im Filter-Menü unter Scharfzeichnungsfilter. Der Filter bietet drei Einstellmöglichkeiten, die wir jetzt der Reihe nach durchgehen.

Mit dem ersten Regler stellen Sie die Stärke ein. Der Filter erkennt klar abgegrenzte Hell-dunkel-Übergänge (Kontrastkanten) im Bild und verstärkt hier die Kontraste. Dunkle Bereiche dunkelt er noch weiter ab, helle hellt er auf.

Wie das funktioniert, demonstrieren diese Einstellungen:

 

  1. Geben Sie zunächst für Radius [8] 1,5 Pixel vor. Den Schwellenwert stellen Sie auf [9] 1 Stufen.
  2. Erhöhen Sie die Stärke auf maximale [10] 500 %. Es kommt zu den gefürchteten [11] Helligkeitssäumen an Kontrastkanten.
  3. Reduzieren Sie nun die Stärke so weit, bis die [12] Säume verschwunden sind – hier ist das bei [13] 50 % der Fall.

 

 

Was Sie mit dem „Radius“ einstellen

Mit dem Radius-Regler stellen Sie ein, in welcher Zone entlang einer Kante die Kontraste angehoben werden sollen. Am besten probieren Sie einmal aus, wie sich unterschiedliche Einstellungen auf Ihr Bild auswirken:

 

  1. Stellen Sie die Stärke auf [14] 200 % ein. Den Schwellenwert belassen Sie bei 1 Stufen.
  2. Für Radius geben Sie jetzt [15] 1 Pixel vor. Sie sehen: Es entstehen [16] sehr feine, eng umgrenzte Lichtsäume.
  3. Erhöhen Sie nun den Radius auf [17] 5 Pixel. Jetzt reichen die Lichtsäume weit über die [18] Kontrastkanten hinaus.

Tipp: Für einen perfekten Schärfeeindruck sollten Sie den Radius in der Regel möglichst klein halten. Als Faustregel gilt: Zeigen Sie Ihre Bilder am Monitor, gehen Sie mit dem Radius nicht über 0,8 Pixel. Möchten Sie Ihre Bilder drucken oder in einem Online-Labor ausgeben, sollten Sie 1,5 Pixel nicht überschreiten.

Wozu der Schwellenwert gut ist

Bleibt noch der Regler Schwellenwert. Mit ihm regeln Sie, ob auch bereits feinste Details oder nur die wichtigsten Kanten vom Schärfen erfasst werden sollen. Auch das hat deutliche Auswirkungen auf die Bildwirkung – probieren Sie es aus:

 

  1. Stellen Sie zunächst die Stärke auf hohe 300 % ein. Für Radius geben Sie 1,5 Pixel vor.
  2. Senken Sie den Schwellenwert ganz ab auf [19] 0 Stufen. Der Filter Unscharf maskieren erfasst nun auch feinste Nuancen im Bild, etwa auf der [20] Tür.
  3. Erhöhen Sie den Schwellenwert auf [21] 10 Stufen. Jetzt werden flächige Bildbereiche nicht mehr vom Schärfen erfasst, die [22] Tür wirkt glatt und ebenmäßig.

Tipp: Wenn Sie eher flächige Motive schärfen, etwa Architekturfotos, stellen Sie den Schwellenwert auf 3 bis 5 Stufen ein. Das gilt auch, falls Ihre Aufnahme verrauscht ist. Möchten Sie hingegen sehr feine Details im Bild hervorheben, wählen Sie einen Schwellenwert zwischen 0 und 1 Stufen.

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