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Ein undokumentierter Registry-Eintrag hilft gegen lästige Setup-Dialoge

So können Sie mehrere Word-Versionen gleichzeitig nutzen

Gerade wenn eine neue Office-Version erscheint, möchte man das neue Word zunächst einmal parallel zur aktuellen, gewohnten Version installieren, um sich langsam einarbeiten zu können. Theoretisch ist es möglich, mehrere Word-Versionen parallel zu nutzen, solange die chronologische Reihenfolge des Erscheinens der Office-Versionen eingehalten wird. Sie müssen also zuerst Office 2000, dann 2002/XP, danach 2003 und schließlich 2007 und 2010 installieren. Praktisch scheitert der Parallelbetrieb jedoch daran, dass sich jede Word-Version während des Startvorgangs beim System als zuständige Anwendung für Office-Dokumente registrieren möchte, sodass der Windows Installer jeden Aufruf von Word mit einem störenden Dialog begleitet und oftmals sogar zum Einlegen der Installations-CD/-DVD auffordert. Beides können Sie mit einem kleinen Eingriff in die Registry unterbinden.

Wenn Sie im Windows-Explorer eine Datei per Doppelklick öffnen, muss Windows wissen, mit welcher Anwendung die Datei geöffnet werden soll. Dazu registrieren sich Anwendungen wie Word bei der Installation beim System als zuständige Anwendung für die Dateitypen »doc«, »dot«, »docx«, »dotm« usw. Bei jedem Start prüft die Anwendung, ob diese Zuordnungen noch korrekt beim System hinterlegt sind. Ist das nicht der Fall, ruft die Anwendung das Setup zwecks Reparatur auf, damit die Zuständigkeiten wieder richtig hinterlegt werden.

Solange Sie nur Word-Dokumente per Doppelklick öffnen, wird immer die jeweils zuletzt installierte Word-Version, also zum Beispiel Word 2007, verwendet und es ist keine Reparatur der Zuordnungen notwendig. Sobald Sie aber zwischendurch beispielsweise Word 2003 über START-PROGRAMME aufrufen, stellt es fest, dass die Zuordnungen für Word-Dokumente auf eine andere Anwendung eingestellt sind, und startet die Reparaturfunktion samt störendem Dialog und CD-/DVD-Wechsel.

Dieses Verhalten von Word lässt sich jedoch durch einen kleinen Eingriff in die Registry unterbinden. Beim Aufruf prüft Word, ob in der Registry in einem bestimmten Abschnitt ein Schlüssel »NoReReg« mit dem Wert »1« vorhanden ist. Ist das der Fall, überspringt es die Prüfung und den Reparaturversuch für die Zuordnungen der Dateitypen, für die es normalerweise zuständig ist:

 

  1. Rufen Sie START-AUSFÜHREN auf oder drücken Sie Windows + R, geben Sie »regedit« ein und drücken Sie Return. Unter Windows Vista, 2008 und 7 geben Sie »regedit« direkt ins Suchfeld ein und drücken dann Return.
  2. Suchen Sie den folgenden Abschnitt: HKEY_CURRENT_USER\Software\Microsoft\Office\x.0\Word\Options »x.0« steht für »14.0« bei Word 2010, »12.0« bei Word 2007, »11.0« bei Word 2003, »10.0« bei Word 2002/XP und »9.0« bei Word 2000.
  3. Klicken Sie mit der rechten Maustaste auf »Options« und wählen Sie NEU-DWORD-WERT im Kontextmenü an. Benennen Sie den neuen Schlüssel in »NoReReg« um, doppelklicken Sie auf den neuen Eintrag, geben Sie als Wert »1« ein und drücken Sie die Return-Taste oder klicken Sie auf OK.
  4. Wiederholen Sie diese Schritte für jede installierte Word-Version.

Wenn Sie in Zukunft die verschiedenen Word-Versionen aufrufen, sorgt der jeweilige Registry-Eintrag dafür, dass weder der störende Dialog noch eine Aufforderung zum CD-/DVD-Wechsel angezeigt wird.