Die wichtigsten Arbeitsrechner-Grundlagen für Startups

20. Februar 2018

Kein Startup kommt heute noch ohne Computer aus. Aber nicht jeder Gründer ist ein IT-Experte oder kann sich solche leisten. Daher gibt es an dieser Stelle das wichtigste Basic-Know-How.


Ein PC und eine Idee, mehr braucht es für ein Startup oft nicht. Doch schon bei ersterem beginnt die Qual der Wahl.

Für so manches Start-up ist der Computer nicht nur ein notwendiges Arbeitsmittel, sondern je nach Branche sogar die absolute Grundlage, ohne die gar nichts läuft. Konträr zu dieser immensen Bedeutung steht jedoch, dass einige Gründer echte Computerlaien sind und sich ob der knapp budgetierten Nagelneu-Natur ihres Unternehmens weder angemietete Experten noch angestelltes IT-Personal leisten können. Für diesen Personenkreis stellen wir nun die wichtigsten Grundlagen vor, mit deren Hilfe man auch im Alleingang loslegen kann.

1. Das Gerät an und für sich

Natürlich muss erst einmal ein Computer her. Doch schon diese Tatsache stellt einen schnell vor einen großen Berg der Auswahlmöglichkeiten: Desktop-Rechner? Notebook? PC oder Mac? Und die Liste geht noch weiter. Deshalb zunächst einige Grund-Punkte, um die Entscheidung etwas zu erleichtern:

  • Desktop-Computer, also Geräte, bei denen (i.d.R.) Rechner und Bildschirm getrennte Bauteile sind, haben den Vorteil, dass es für sie eine Menge Möglichkeiten des Aufrüstens durch neue Chips, Karten usw. gibt. Das kann insbesondere längerfristig die Unterhaltskosten senken, weil Einzelteile günstiger sind, als ein kompletter Computer. Zudem bieten sie häufig die umfangreicheren Anschlussmöglichkeiten – falls es beispielsweise notwendig ist, auf mehreren Bildschirmen zu arbeiten - und zudem bessere Ergonomie, weil Rechner, Bildschirm und Tastatur getrennte Bauteile sind.
  • Notebooks sind nicht zwingend Leistungszwerge. Im Gegenteil, denn im Bereich der Business- oder Gaming-Laptops finden sich auch Geräte, deren Leistung weit oben angesiedelt ist. Mobilität ist ihr größtes Plus. Allerdings wird sie häufig durch modellspezifische Bauteile oder solche, die nur unter erheblichem Aufwand getauscht werden können, erkauft. Auch sind leistungsstarke Notebooks in den meisten Fällen teurer als ein ansonsten ähnlich fähiger Desktop-Rechner.
  • Windows-PCs haben die größere Palette an Programmen, auch aus dem Aftermarket-Bereich zu bieten. Bei Macs empfinden viele Benutzer die intuitive Bedienbarkeit als besser, allerdings verbunden mit einem, in der gesamten Apple-Palette grundsätzlich höheren Preis für ansonsten gleiche Leistungen. Kritisch ist zudem, dass Apple vor allem die professionelle Mac-Schiene seit Jahren vernachlässigt und vor allem für Windows-gewohnte Benutzer der Umstieg kompliziert sein kann.

Für alle Gründer, die nicht auf dauerhafte Mobilität zwingend angewiesen sind, ist daher für den Anfang ein im Preismittelfeld angesiedelter Desktop-PC die beste Wahl. Falls es notwendig sein sollte, gelegentliche Präsentationen etc. abzuhalten, kann ein günstiges Tablet ergänzend wirken.

2. Woher?

Computerhändler gibt es heute nicht nur sprichwörtlich wie Sand am Meer. Natürlich könnte man seinen Startup-PC auch beim Elektronikdiscounter kaufen. Allerdings finden sich in der dortigen Modellpalette (Ausnahmen bestätigen die Regel) Endverbraucher-Geräte, die nicht zwingend in ihren Leistungen für Business-Anwendungen konzipiert wurden. Wer den Computer nur benötigt, um darauf etwas Excel-Kalkulation zu betreiben oder Briefe zu schreiben, wird natürlich auch dort fündig. Allerdings sind professionelle (= reine) Computerhändler hier die bessere Wahl. Vor allem mit Hinblick auf bessere Beratung, das optimierte Zusammenstellen und auch die spätere Nachrüstung.

3. Die Hardware

Jeder Computer besteht aus mehreren Bauteilen, deren einzelne Leistungen sich zusammenrechnen und letztlich definieren, für welche Anwendungen das Gerät besonders gut taugt. Das „eierlegende Wollmilchschwein“, also ein Rechner, der alles gut beherrscht, lässt sich mit genügend finanziellem Einsatz zwar kreieren, ist aber für die meisten Business-Anwendungen überflüssig teuer. Dabei kann als genereller Anhaltspunkt gelten „Arbeitsspeicher vor Prozessorleistung“. Vor allem günstige Discounter-PCs verletzen diese Regel oft, werben mit hohen Taktzahlen aber können diese mangels ähnlich üppigem Arbeitsspeicher nicht umsetzen. Was der Computer ebenfalls benötigt:

  • 1GB Festplattengröße ist derzeit (Anfang 2018) praktisch Standard. Besonders wo es auf Geschwindigkeit und geringen Energieverbrauch ankommt, sind SSD-Festplatten, die nach dem Solid-State-Prinzip arbeiten, sehr interessant und mittlerweile auch erschwinglich. Nachteil der SSDs: Verlorene Daten können nicht wiederhergestellt werden.
  • Auch wenn die Bedeutung optischer Laufwerke sich auf dem Rückzug befindet, sollte dennoch zumindest ein DVD-Brenner installiert sein, weil er eben in gewissen Situationen Vorzüge hat.  
  • Bei den USB-Anschlüssen sind zwei das absolute Minimum, mehr ist immer besser. Es sollte darauf geachtet werden, dass es die wesentlich schnelleren USB-3.0-Anschlüsse (blau markiert) verbaut sind. Diese sind auch abwärtskompatibel.
  • Die Grafikkarte sollte zur Natur des Startups passen – wer viel Bild- oder Videobearbeitung macht, benötigt natürlich mehr Leistung. Wichtig ist auch, dass pro geplantem Bildschirm ein HDMI-Anschluss vorhanden ist.


Desktop-PCs haben wegen der getrennten Bauteile gegenüber dem Notebook ganz erhebliche Vorteile in sachen Ergonomie, etwa dem Bildschirm-Blickwinkel.

Für Unternehmen ist zudem besonders wichtig, dass die Eingabegeräte höchsten ergonomischen Ansprüchen genügen. Ergänzend sollte in jedem Fall eine Möglichkeit zur dauerhaften Datensicherung vorhanden sein. Das können auf Softwareseite Cloud-Dienste sein. Sofern es jedoch nicht notwendig ist, die Daten auch von anderen Orten aus abzurufen, kann es mitunter günstiger sein, auf einen NAS, ein Network Attached Storage zu setzen. Das ist ein ein Dateiserver, über den auch mehrere Computer im Gründerbüro laufen können und dort die Dateien als Backup ablegen.

4. Die Software

Schon beim Betriebssystem selbst muss man abermals auswählen. Das liegt daran, dass Microsoft unterschiedliche Windows-Versionen für Unternehmen anbietet, deren Funktionen sich nach den Anforderungen unterscheiden. Bei den klassischen Büroanwendungen ist MS Office das Maß, derzeit in der Version 365. Besonders für kleine Unternehmen kann sich diese Abo-basierende Variante eher lohnen, als das zwar immer noch angebotene, aber eben bald nicht mehr unterstützte Office 2013. Die kostenlose Alternative in Form von OpenOffice existiert zwar auch für Unternehmen, ist jedoch die oftmals anwender-unfreundlichere Lösung, weshalb davon eher abzuraten ist.

Als nächstes gehört zwingend ein Tool zum regelmäßigen Bereinigen auf die Festplatte. Hier ist der CCleaner das Maß, weil er schnell und vollständig arbeitet und zudem auch temporäre Dateien und Browserverläufe erfasst. Was man dann noch installiert, hängt vor allem von der Ausrichtung des Startups ab. Hier eine kleine Auswahl:

  • Programme wie Lexware, Candis oder Fastbill sind mächtige Tools, mit denen sich die Buchhaltung vereinfachen lässt.
  • Für gelegentliche Bildbearbeitung bietet sich das Open-Source-Programm GIMP an.
  • Das Projektmanagement lässt sich mit InLoox oder Asana flüssiger handhaben
  • Für die Kommunikation setzen die meisten Gründer auf Skype und Slack
  • Evernote ist ein tolles Werkzeug, um Dokumente, Notizen und mehr zu ordnen.
  • Mit Hootsuite lassen sich Kampagnen im Bereich des Social Media vor- und nachbereiten

Dabei gilt jedoch: weniger ist mehr. Viele Tools, die für sich alleine eine echte Erleichterung verschaffen, können in der großen Masse wiederum den Überblick rauben. Deshalb ist es empfehlenswert, klein anzufangen und dann je nach Notwendigkeit zu installieren.

Kleine NAS-Server kosten nur wenige hundert Euro, verbrauchen praktisch keinen Strom, bieten aber viel Sicherheit und enorme Arbeitserleichterung.

5. Zur Sicherheit

Auch kleine Unternehmen, die gerade erst gegründet wurde, können natürlich ins Visier von Hackern geraten. Das bedeutet, dass man sich umfassend in die Grundlagen der IT-Sicherheit einarbeiten und diese Regeln auch beherzigen sollte. Das Verwenden eines Passwortgenerators, der nicht logisch nachvollziehbare, mindestens zehnstellige Symbolfolgen produziert, ist obligatorisch und wesentlich sicherer als jedes menschlich erdachte Passwort – solche Zugangsdaten sollten zudem in regelmäßigem Turnus, mindestens jedoch einmal monatlich ausgetauscht werden. Und weil insbesondere die offenen („info@“) Adressen meist weit verbreitet und somit oft Einfallstore für Unbefugte sind, sollte der Computer mit einem leistungsfähigen Malware-Identifikationssystem ausgestattet werden. Normale Virenscanner decken dieses Spektrum oft nicht ab.

Der letzte Punkt besteht darin, jedem Programm, welches genutzt wird, alle zur Verfügung stehenden Updates zugutekommen zu lassen. In den meisten Fällen werden dabei auch immer Sicherheitslücken bereinigt. Durch die Windows-eigene Aufgabenplanung lassen sich solche Prozesse auch zeitgesteuert durchführen – beispielsweise nach Feierabend.


Menschgemachte Passwörter sind immer inhärent unsicherer als computergenerierte, weil man dazu neigt, gewissen Schemata zu folgen.

 

Bildquellen:

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