Produktfotografie: Packshots

13. Juli 2012

Gerade durch das Internet ist auch für den ungeübten Fotografen das Thema Produktfotografie wichtig geworden. Ob und wie gut sich ein Produkt in einer Internetauktion verkaufen lässt, hängt eben auch vom Produktfoto ab. Aber nicht nur die fotografische Perfektion ist wichtig — in den möglichen Käufer hineindenken ist angesagt.

Ein guter „Packshot“, also eine Produktfotografie, ist nicht so einfach zu erstellen, wie es die vielen Werbemitteln in der täglichen Post vermuten lassen. Jedes Produkt hat seine ganz eigene Käuferschicht und jedes Produkt wird im Grunde nur für den Verkauf fotografiert. Dies bedeutet nicht nur, dass das Produkt richtig ausgeleuchtet werden muss, sondern dass es auch für den jeweiligen Markt punktgenau zu positionieren, dekorieren und schlussendlich zu fotografieren ist.

Ein weiteres Einsatzgebiet der eher schlichten Produktfotografie ist die Nutzung in Handbüchern, Katalogen und Lexi- ka. Weil es hier um reine Produktabbildungen geht, entfallen die folgenden theoretischen Überlegungen.

Vor dem eigentlichen Auspacken des Equipments und der Fotografie eines Produktes müssen wir uns Fragen stellen.

Diese Fragen bestimmen die Technik und den möglichen Look des Fotos.

Ein Packshot hat ein Ziel. Dieses Ziel klar zu definieren, fällt nur dem ersten Anschein nach leicht. „Gut soll es aussehen“, ist häufig zu wenig. Ein Produktfoto muss den möglichen Käufer im Auge behalten sowie auf ihn und seine Bedürfnisse eingehen. Den möglichen Käufer und dessen Kaufverhalten müssen Sie deshalb kennen, um das Foto passgenau fotografieren zu können.

Sie finden nachfolgend ein paar ausgewählte Fragen, die Sie immer erst beantworten sollten, bevor Sie anfangen zu fotografieren.

Für welche Zielgruppe ist das Produkt bestimmt?

Die Zielgruppe sollte Aufschluss darüber geben, wie professionell das Foto wirken muss und wie detailliert auf die Produkteigenschaften eingegangen werden soll. Auch die finanzielle Seite der Zielgruppe ist wichtig. So kann ein unscharf geknipstes Foto günstig wirken oder aber ein perfektes, elegantes Foto dem gut situiertem Kunden ein weiteres Luxusgefühl vermitteln.

Welche Eigenschaften des Produkts machen es besser als ein anderes?

In der Werbewelt spricht man vom USP (Unique Selling Proposition) eines Produktes. Übersetzt heißt dies ungefähr: Alleinstellungsmerkmal des Produktes. Diesen USP sollten Sie in einem guten Packshot auch dringlichst fördern, denn damit heben Sie das Produkt von anderen ab.

In welcher Größe wird der Betrachter das Foto sehen?

Ein guter Produktfotograf sollte immer die Abbildungsgröße im Auge haben. So sollte die Gestaltung eines Fotos für einen Druck in DIN-A4-Größe wesentlich anders ausfallen wie für eine 200 x 200 Pixel große Abbildung in einer Internetauktion. So ist eine überschwengliche Dekoration bei einer kleinen Bildgröße eher hinderlich und im Fall einer DIN-A4-Seite eine willkommene Unterstützung.

In welchem Umfeld befindet sich das Produkt in der Regel?

Einen gebrauchten Rasenmäher in einer Großküche abzubilden, ist nicht verkaufsfördernd. Deshalb sollten Sie das abzubildende Produkt in einem für die Zielgruppe typischen Umfeld fotografieren. Dann fühlt der Betrachter bereits ein wenig, dass er der zukünftige Besitzer des Produktes sein könnte. Aber auch ein anonymes Umfeld kann verkaufsfördernd sein. Hier wird das Produkt ohne konkretes Umfeld fotografiert und meist optisch freigestellt. Freigestellt bedeutet hier: Entweder wird der Hintergrund gänzlich gelöscht oder sehr unscharf abgebildet.

Auf die Theorie folgt die Praxis

Egal was für ein Produktfoto Sie machen: Staub und Schmutz gehören nicht ins Bild. Um das Staubproblem schon beim eigentlichen Fotografieren auszumerzen, eignen sich Stoffhandschuhe und elektrostatische Einwegstaubwedel hervorragend. Fingerabdrücke sind oft erst im fertigen Foto sichtbar, da sich Blitzlicht auf diesem Fettfilm anders abbildet als mit Einstelllicht. Hier ist ein Mikrofasertuch das Mittel der Wahl.

Bei einfachen freigestellten Produktfotos kommen Sie nicht an der Bildbearbeitung vorbei. Was früher mit viel Aufwand bereits während des Fotos versucht wurde ist heute mit zwei bis drei Klicks in jeder Bildbearbeitung getan. Auch wenn es möglich ist, ein Produkt freigestellt zu fotografieren - so steht der Aufwand in keiner Relation zum Ergebnis.

Denken Sie bei Dauerlicht an die Temperatur. Viele Dinge können unter dem heißen Halogenlicht wortwörtlich dahinschmelzen. Hier hilft dann nur ein kleines Blitzset. Da Sie aber ohnehin vom Stativ fotografieren, brauchen Sie nur wenig Licht. Sie können die Belichtungszeit ja beliebig ausdehnen, da Ihnen das Produkt nicht wegrennt.

Für die typischen Hintergründe Schwarz, Weiß und Grau sollten Sie auf einen Standard-Papierhintergrund zurückgreifen. Diese sind knitterfrei und sauber. Andere Hintergründe finden Sie in jeder Wohnung: Holz, Glas und Metall. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt.

Verwenden Sie, wenn es geht, Festbrennweiten. Diese bilden das Motiv immer ein wenig schärfer ab als Zoomobjektive. Diese Schärfe benötigen Sie, um in der Bildbearbeitung Details des Produktes zu betonen. Nutzen Sie generell den kleinsten ISO-Wert Ihrer Kamera, um jegliches Bildrauschen zu verhindern. Lassen Sie sich Zeit beim Fotografieren. Dahingeknipst wirkt auch wie dahingeknipst. Nutzen Sie Farbiges (Licht, Dekoration, Hintergründe) nur, um dekorative Bildelemente zu erzielen. Ansonsten lenken diese eher vom Produkt ab.

Produktfotos sind also nicht einfach nur Abbildungen, sondern verleiten, klären auf und sollen Kaufreize wecken. Die eigentliche Fotografie ist einfach, denn im Studio können Sie mit vielen Lichtarten und Hintergründen spielen.

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